Vom Norden nach ...

„Von Norden nach...“ gibt die Richtung an, aus der Pirjo Niiranen kommt, womit ein bestimmender Aspekt ihrer Kunst verifiziert wird, der seine Wurzeln in Finnland und damit in der nordischen Identität hat.

Der Begriff des „Nordens“ hat einen besonderen Klang. Kein anderes Gebiet in Europa zeigt sich im Profil so klar und deutlich als einheitlicher Raum und einheitliche Kultur wie der Norden im Vergleich zu übrigen Kontinent. Gründe dafür liegen in der ausgeprägten nordischen Identität, deren besonderes Charakteristikum eine Tendenz zur Einfachheit und Ursprünglichkeit ist. Ein weiterer Aspekt ist die Armut, die vor allem in der durch Kälte und Kargheit geprägten Naturlandschaft bei gleichzeitiger Großartigkeit ihren direkten Ausdruck findet. Lange Zeit galt das Ideal der Armut in den nordischen Ländern geistesgeschichtlich als wichtiger, ja zentraler Teil nordischer Identität. Dieser Aspekt hat sich immer auch in der Kunst Nordeuropas niedergeschlagen.

Im Wesentlichen sind die neuesten Arbeiten von Pirjo Niiranen durch die Landschaft geprägt, insbesondere die nordische Landschaft ihrer Kindheit. Boote und Ruder, Nachtfischer, Fische und Unterwasserbilder, Darstellungen von Winter und Sommer sowie Kompositionen mit Darstellungen zwischen Luft und Wasser sind Motivkreise, in denen Pirjo Niiranen bewusst und unbewusst ihre Umgebung reflektiert. Fische, Fischfang, die Binnenseen gehören zu ihrer Kindheit.

Das Atmosphärische dieser Vergangenheit ist in ihren Bildern spürbar. Der Geruch der Seen, die Wärme des Sommers und der Frost des Winters ebenfalls. Die Landschaft ist Ausdruck für Empfindung und Erinnerung. Die Bildmotive sind gegenstandsbezogen, aber dennoch ohne realistische Züge, und schaffen zudem ein spirituelles Gefühl von Zeit und Ort.

Ein formales Kriterium der Malerei von Pirjo Niiranen ist die Reduzierung auf minimale Gestaltungselemente. Die Binnenzeichnung wird auf Linien mit archaischen Charakter reduziert und der gesamte Ausdruck der Darstellung dadurch komprimiert.

In gewisser Weise ist ihre Malweise asketisch durch den Verzicht auf Details, gleichzeitig findet dadurch eine Konzentration auf den Bildgegenstand statt.
Ein Hauch von Melancholie wird spürbar.

Pirjo Niiranen schließt mit ihrem künstlerischen Werk an die Traditionslinien nordischer Malerei an. Die historisch bedingte Vorstellung vom Norden, die mit Begriffen wie ungebändigte Natur, Freiheit und Weite verbunden ist, findet sich in ihrem Werk subtil transformiert wieder.

Dr. Wiebke Steinmetz
Kunsthistorikerin

Aktuelles

28.10. - 06.11. 2012

Kunstaustausch

Eröffnung 28.10. 2011 - 19:00

Öffnungszeiten:
17:00 - 19:00 Uhr

raum2
Galerie Am Schwarzen Meer

Am Schwarzen Meer 119
28205 Bremen

 

12.01.2012, 18:00 Uhr
Kunsttausch -Topografie Bremer Kulturen - Teil 1
Bamberger Haus, Faulenstraße

15.01.2012, 18:00 Uhr
Kunsttausch - Topografie Bremer Kulturen - Teil 2
in der "Spedition" Beim Hadelsmuseeum
(am Güterbahnhof)

27.01.-03.03. 2012
Mo-Fr 16-20 Uhr, Sa 11-13 Uhr
Kunsttausch - Topografie Bremer Kulturen - Teil 3
Villa Ichon, Goetheplatz 4, Bremen

01.12. 2011 - 11.03. 2012

Bilder in der Winterresidenz III

DKV-Residenz in der Contrescarpe
Am Wanrahm 40-43
28195 Bremen

Am 11.03.2012, 16:00 Uhr

Lesung der Schauspielerin Grabriele Möller-Lokasz
"Finnische Geschichten"
anschließende Führung
durch P. Niiranen

www.dkv-rc.de